Bedürftige können hier gut Erhaltenes günstig kaufen

2010 Braunschweiger Zeitung<br />Mitbegründer Gerald Breiting (links) schaut Jan Kolazinski in der Werkstatt des Sozialkaufhauses bei Reparaturarbeiten über die Schulter.Von Uljana Klein
KÖNIGSLUTTER. In einem ehemaligen Supermarkt in Königslutter hat sich ein Sozialkaufhaus eingerichtet. Es ist das zweite dieser Art im Landkreis Helmstedt. Menschen mit sehr niedrigen Einkommen oder Renten können dort preiswert einkaufen.
Ein Paar Schuhe beispielsweise kostet 1 Euro oder ein Fernseher zwischen 20 und 50 Euro. Das Ehepaar Edda und Gerald Breiting hat die Gründung des Sozialkaufhauses Königslutter vorangetrieben. "Bei der Arge fanden wir große Unterstützung und erhielten eine Förderung für die Mitarbeiter des Kaufhauses", erklärt Edda Breiting, die als Bereichsleiterin bei der BVIK gGmbH tätig ist, einem sozialen Dienstleister des Paritätischen. Mit Unterstützung durch die Arbeitsgemeinschaft SGB II des Landkreises Helmstedt (Arge) arbeiten dort derzeit rund 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind zuständig für den Verkauf, arbeiten in der Werkstatt gebrauchte Möbel wieder auf oder waschen und bügeln die Kleidung. In einem ehemaligen Supermarkt am Gänsemarkt 7 in Königslutter ist das Sozialkaufhaus Königslutter zu finden. Es ist das zweite Sozialkaufhaus im Landkreis "Helmstedt. Auch die Gemeinde Lehre liegt im Einzugsgebiet dieses Kaufhauses. Hartz IV-Empfänger oder Menschen mit sehr niedrigen Einkommen oder Renten können dort preiswert einkaufen. Ein Paar Schuhe beispielsweise kostet 1 Euro oder ein Fernseher zwischen 20 und 50 Euro. Auch ein Esstisch mit vier Stühlen kann billig für 30 Euro erworben werden. Von Möbeln über Kinderspielzeug, Kleidung, CDs und Polstergarnituren kann in dem Kaufhaus alles gekauft werden, was das-Herz-begehrt.
Die Sachen sind Spenden aus der Bevölkerung, die nun für ein geringes Entgelt an bedürftige Menschen verkauft werden. Das Motto des Kaufhauses lautet: "Sie haben Dinge, von denen Sie sich seit langem trennen wollen, die aber für den Müll zu schade sind, dann kommen Sie zu uns. Wir vereinbaren gern mit Ihnen einen Abholungstermin." Und auch für den Transport der Möbel zu den neuen Eigentümern ist gesorgt: Auf Wunsch werden die gekauften Gegenstände den Kunden für ein kleines Entgelt nach Hause gebracht. Auch die Arge übernimmt sogar unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für neue Gegenstände wie etwa Möbel.
Beim Betreten des Geschäfts herrscht rege Betriebsamkeit: In einer Ecke wird ein Sofa gesäubert, in der anderen eine Sitzecke umgestellt. Freundlich kommt ein Herr auf mich zu und fragt, womit er mir helfen könne und gleich darauf stehe ich vor Edda und Gerald Breiting.
Das Ehepaar hat vor zwei Jahren die Gründung des Sozialkaufhauses Königslutter vorangetrieben. In fünf verschiedenen Bereichen arbeiten Menschen im Rahmen von 1-Euro-Jobs im Sozialkaufhaus. "Wir haben Mitarbeiter im Verkauf, in der Reinigung, im Bereich Lager/Transport im Büro und in der Werkstatt", so Edda Breiting. Die Mitarbeiter seien in der Regel selbst Hartz IV-Empfänger. Edda Breiting: "Sie wissen um die Sorgen und Nöte unserer Kunden ganz genau." Dies mache vielleicht auch die besondere Atmosphäre des Sozialkaufhauses aus. Alle tragen das gleiche Schicksal. Auch die Verkäuferinnen und Verkäufer im Sozialkaufbaus wissen, was es bedeutet, jeden Cent fünfmal umdrehen zu müssen.